Siedlung Maracana

Wichtige Entwicklungs-Projekte wurden u.a. in der 250 km von der Hauptstadt entfernten Gemeinde Maracaná realisiert. Sie ist eine 1990 nach den Fall Stroessners gebildete Kommune, die 10 Dörfer (Encuadres) umfasst, die verstreut voneinander liegen. Mittlerweile leben mehr als 26.500 Einwohner, die meist arme Bauern und Landarbeiter sind, deren Kinder nur geringe Bildungschancen haben. Hier halfen wir durch unsere Entwicklungsprojekte auf verschiedene Arten. 

Kinder der Schule 4. Encuadre in Maracaná

1. Bau einer Sanitäranlage

Bereits 2004 wurde in einer Schule in Maracaná der Bau eines Sanitärgebäudes realisiert.

 

Es wurde ein Einrichtung mit Wassertoiletten, Duschen und Handwaschbecken gebaut.

Das geschah kurze Zeit nach Einführung von Strom und fließendem Wasser in der Zone und das Gebäude löste die bis dahin genutzten beiden Holzhütten ohne Wasseranschluss ab.

 

Möglich wurde der Bau durch die Spende der Schüler des Faust-Gymnasiums, die ihre gesamten Einkünfte des Weihnachtsbasars stifteten.

2. Erweiterung des Schulhauses

Begonnen wurde dann mit dem Ausbau der Schule in Maracaná. Im Zeitraum von 2005 bis 2007 haben wir drei neue Schulräume an ein bestehendes Gebäude angebaut. Zuvor hatte in der Schule Schichtunterricht stattfinden müssen, da nicht ausreichend Räume zur Verfügung standen.

 

Außer der Bauleitung, erbrachten die Bewohner die Arbeitsleistung unentgeltlich, um ihren Beitrag zu dem Projekt zu leisten. Dieses Projekt hatte einen Umfang von 8.450 € und wurde durch Unterstützung der Oberle Stiftung und des Faustgymnasiums, beide in Staufen ansässig, möglich.

3. Bau einer Solaranlage 

Im Sommer 2008 konnten wir mit Hilfe von 3 Berufsschülern aus Freiburg, einem Ingenieur und einem Projektleiter mit Spanisch-Kenntnissen in Maracaná eine Solaranlage auf dem Dach des Bürgerhauses installieren.

 

Da ansonsten die Stromversorgung sehr unzuverlässig ist, wurde damit zum ersten Mal in der Gemeinde sichergestellt, dass das Radio immer senden und so die Bevölkerung über die aktuelle Lage informiert werden kann, was z.B. bei den Waldbränden 2007 wichtig gewesen wäre. Daneben werden auch Sendungen aus dem Hauptstadtradio eingespeist und so wird die Information und Bildung der ländlichen Bevölkerung unterstützt.


Die „Solarjungs" wurden von der Bevölkerung sehr unterstützt und liebevoll aufgenommen, sie haben alle unentgeltlich gearbeitet. Insgesamt hatte dieses Projekt ein Volumen von über 15.000 €, die zum größten Teil von BUS e.V. Freiburg und den Berufsschulen in Freiburg gespendet wurden.

 

Ein Jahr danach spendete derselbe BUS (Verein für erneuerbare Energien am Berufsschulzentrum), einen Solarofen, der in der Schule, 4. Encuadre „stationiert" ist und mit dem immer wieder in Vorführungen die Sonne als idealer Energiespender zum Kochen und Backen eingesetzt wird.

4. Nähwerkstatt

Als weiteres Projekt haben wir eine Nähwerkstatt für einheimische Frauen in Maracaná eingerichtet. Ein vorhandener Raum wurde mit 16 Nähmaschinen und allem weiteren Zubehör ausgestattet. Eine Lehrerin aus der Hauptstadt führte mehrere Nähkurse durch und die Frauen lernten, für sich und ihre Familien Kleidungsstücke anzufertigen. Die Teilnehmer boten der Lehrerin, als Ausgleich für ihre Kurse, Kost und Logis als Beitrag an.

 

Eine junge Frau aus Maracaná machte dazu parallel eine 2-jährige Ausbildung in der Hauptstadt und ist inzwischen nach Maracaná zurückgekehrt und hat sich selbständig gemacht. Weitere junge Frauen waren in Ausbildung in Asunción.

 

Finanziert werden konnte dieses Projekt durch den Frauenweltgebetstag 2007 mit 6.420 € als Grundausstattungsfinanzierung,sowie projektbezogene Einzelspenden und Patenschaften für die Nähschülerinnen.

 

Im August 2010 nahm unsere Praktikantin, Barbara Rieger, ausgebildete Textilfachfrau aus Kenzingen, am Nähprojekt teil. Sie gab Kurse für Schüler und Erwachsene des Dorfes.

5. Computerraumbau

Im letzten Jahr wurde mit Unterstützung der Fa. Henkel aus Düsseldorf ein Computerraum gebaut, um dort der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, auch in ihrer abgelegenen Situation dieses Medium zur Aus- und Weiterbildung zu nutzen. Für diesen Raum wurden bereits mehrere Computer aus Spenden nach Paraguay transportiert und dort installiert.

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